Was ist eigentlich im Hundefutter?

Allgemein
15.January.2015

Futtermittelhersteller müssen genau deklarieren, welche Zutaten sich im Hundefutter befinden. Aber welcher Hundebesitzer versteht die Inhaltsangabe aufs Wort genau? Dosendeutsch muss gelernt sein.

Bei der Zusammensetzung gilt: Zutaten die als erstes genannt werden oder ganz weit oben stehen machen den größten Anteil aus. Zutaten, die eher am Ende der Liste oder zuletzt stehen, kommen wenig bis kaum im Futter vor. Steht an erster Stelle also beispielsweise Reismehl, ist sicher, dass der Getreideanteil größer als der Fleischanteil ist.

Fachbegriffe auf Hundefutterpackungen

Rohfaser

Bei der Rohfaser handelt es sich hauptsächlich um pflanzliche Bestandteile (Pflanzenfasern). Meist werden sie auch als Ballaststoffe bezeichnet. Aufgaben: Rohfaser bietet Nahrung für die Verdauungstrakt-Flora, welche daraus kurzkettige Fettsäuren und somit Energie für die Zellen vor Ort gewinnen kann. Bestimmte Rohfaserqualitäten können prebiotische oder präbiotische Wirkung haben (postive Beeinflussung der Zusammensetzung der Darmflora). Außerdem reguliert Rohfaser die Aufenthaltsdauer und die Quellung des Verdauungsbreies im Verdauungstrakt und putzt den Darm.

Rohasche

Rohasche ist der Anteil eines Futters, der über bleibt, wenn man es bei sehr hohen Temperaturen (550°C) verbrennt. Der reine prozentuale Wert von Rohasche sagt überhaupt nichts über die Qualität, dazu müssen die enthaltenen Elemente schon einzeln bestimmt werden. Mineralfuttermittel haben einen Anteil von über 30% Rohasche. Rohaschegehalte sind also nichts Negatives, sondern sie dienen der Versorgung mit Mengen- oder Spurenelementen aus dem Reich der Mineralien.

Fettgehalt

So bezeichnet man die Summe aller Fette (=Lipide; dazu gehören auch die Öle, da dies nur Fette sind, die bei Raumtemperatur flüssig sind), Wachse und anderer fettähnlicher Substanzen (sog. Lipoide). Für den Körper als Langzeit- und Speicher-Energieträger entscheidend ist jedoch der Reinfett-Gehalt. Reine Fette und Öle bestehen aus der biochemischen Verbindung von Glyzerin und Fettsäuren. Zur Qualität von Futter kann also nur anhand des Rohfett-Wertes kaum etwas gesagt werden, wenn man die Zutaten nicht kennt. Oder man muss zusätzlich die Fettsäuren in Menge und Beschaffenheit analysieren.

Protein

Ein grober, „roher“ Summenwert für eiweißähnliche Substanzen in Gemeinschaft mit proteinähnlichen Stoffen oder allen Verbindungen, welche Stickstoff enthalten wie Harnstoff oder Chitin o.ä.. Im Rahmen der sogenannten Weender Analyse zur Grob-Charakterisierung der Rohnährstoffe von Futtermitteln (siehe auch Rohfett, Rohasche und Rohfaser) wird nämlich durch das dort vorgeschriebene Verfahren der Stickstoffgehalt einer Probe bestimmt, was auch Sinn macht, da alle Aminosäuren (siehe dazu Eiweiß) von Natur aus Stickstoff enthalten. Sodann wird rechnerisch durch Faktoren auf den Proteingehalt geschlossen. Rohprotein alleine sagt nichts zur Wertigkeit oder Verdaulichkeit aus, dazu muss man die Zutaten kennen und/oder das Reinprotein ermitteln und weiter in seine Aminosäuren aufschlüsseln. Zutaten wie Gelatine oder Griebenmehl enthalten z.B. beide grob analytisch über 80% Rohprotein. Dabei ist Griebenmehl ein sehr hochwertiger Fleisch-Proteinträger, Gelatine ist wegen der Einseitigkeit und dem Fehlen wertvoller Aminosäuren ein Bindemittel, aber keine gute Eiweißquelle.

Phosphor

Ein Mengenelement unter den Mineralien, siehe Rohasche. Phosphor liegt in der Natur meist als Phosphat vor. Der Phosphorgehalt ist als Deklarationswert in Mineralfuttermitteln zwingend, bei anderen Mischfuttermitteln ist seine Angabe freiwillig, aber zunehmend erwünscht. Da er Teil der Rohasche ist, darf er bei Summenbildungen aus den Rohwerten der Weender Analyse nicht mit hinzuaddiert werden. Phosphor kann in den Rohstoffen enthalten sein oder wird den Mischfuttermitteln je nach Zielsetzung und Zielorganismus über mineralische Einzelfuttermittel zugesetzt. Das chemische Element Phosphor spielt gemeinsam mit Calcium (siehe dort) eine wichtige Rolle im Knochen- und Zahnbau.

Calcium

Ein Mengenelement unter den Mineralien, siehe Rohasche. Calcium stammt entweder aus mineralischen Naturstoffen wie Kalksteinen oder biologischen Substanzen (Schalen von Muscheln, Gehäuse von Schnecken, Rückenschilder von Tintenfischen = Sepiaschale, Kalk-Algen) oder aber aus technischer Darstellung von Futterkalk (Calcium in der Verbindung Calciumcarbonat). Pflichtangabe bei Mineralfuttermitteln, sonst freiwillig, aber zunehmend vom Verbraucher erwünscht. Da der Calciumgehalt ein Teil der Rohasche ist, darf er bei Summenbildungen aus den Rohwerten der Weender Analyse nicht mit hinzuaddiert werden. Calcium kann in den Rohstoffen/Zutaten einer Futtermischung enthalten sein oder wird den Mischfuttermitteln je nach Zielsetzung und Zielorganismus über mineralische Einzelfuttermittel zugesetzt. Das chemische Element Calcium spielt gemeinsam mit Phosphor (siehe dort) eine wichtige Rolle im Knochen- und Zahnstoffwechsel sowie im Immunsystem.

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