Mit dem Clickertraining beginnen

Katze - Erziehung
08.August.2016

Mit dem Clicker kann deine Katze nicht nur nette Kunststücke lernen, sondern auch nützliche Verhaltensweisen für den Alltag (z.B. freiwillig in ihre Transportbox einzusteigen).

Als schöner Nebeneffekt wird durch die gemeinsame Beschäftigung die Beziehung zwischen dir und deinem Vierbeiner gestärkt. Zur richtigen Vorbereitung gibt Tierpsychologin Sandra Pedretti nützliche Tipps.

Worauf solltest du zu Beginn des Trainings besonders achten?

Grundsätzlich kannst du mit jeder Katze trainieren – egal ob jung oder alt, ruhig oder energiegeladen. Aber nicht jede Katze kann sich für jede Übung begeistern. Daher solltest du dir überlegen, welche Tricks wohl am besten zum Temperament deiner eigenen Katze passen. Katzen, die sich z.B. gerne bewegen, sind eher für akrobatische Kunststücke zu haben während ruhigere Katzen vielleicht lieber Tüftelaufgaben lösen.

Wieviel Zeit solltest du deiner Katze geben, um den Clicker kennenzulernen?

Das Clickergeräusch ist für deinen Liebling zunächst ein neutrales Geräusch, dessen Bedeutung („Genau das hast du gut gemacht und dafür bekommst du eine Belohnung“) er erst einmal lernen muss. Wie lange das dauert, ist durchaus unterschiedlich: manche Katzen haben das bereits nach einem Durchgang durchschaut, andere brauchen eben mehrere Runden. Dass deine Katze zuverlässig verstanden hat, was der Clicker bedeutet, erkennst du daran, dass sie sofort erwartungsvoll in deine Richtung schaut sobald der Click ertönt.

Wie kannst du den Einstieg für deine Katze erleichtern?

Am besten fängst du mit einem wirklich ganz einfachen Verhalten an, welches du mit deiner Katze einübst. So kannst sowohl du als auch deine Fellnase mit dem Clickertraining vertraut werden und habt auch gleich erste Erfolgserlebnisse, die motivieren weiterzumachen. Aus einfachen Tricks wie z.B. dem „Nasenstupser“ lassen sich dann mit der Zeit auch anspruchsvollere Kunststücke formen.

Anleitung: „Der Nasenstupser“

Der „Nasenstupser“ ist ein super Einstiegstrick! Zum einen, weil die meisten Katzen dieses Verhalten ohnehin von Natur aus zeigen und zum anderen, weil du darauf nachher viele andere Tricks aufbauen kannst. Du als Katzenfreund kennst das sicherlich: hältst du deiner Katze den ausgestreckten Zeigefinger hin, verleitet die Neugier sie dazu, daran zu riechen, also mit der „Nase anzustupsen“. In genau dem Moment erfolgt dann der Click! Mit entsprechenden Wiederholungen lernt dein Vierbeiner, den Finger mit seiner Nase zu berühren, wenn er ihm entgegengestreckt wird. Evtl. ist hier noch etwas „Feinjustierung“ notwendig, so dass deine Katze auch wirklich die Fingerspitze berührt und nicht seitlich schnüffelt etc. Klappt das zuverlässig, kann man daraus neue Kunststücke formen, z.B. kann man die Katze mit dem Zeigefinger führen und so von Stuhl zu Stuhl springen lassen oder man hält ihr den Finger senkrecht von oben hin und verleitet sie so stückweise dazu „Männchen“ zu machen. Die Möglichkeiten sind vielfältig, so dass sich für jeden Katzentyp das richtige findet!

Woran kann es liegen, wenn deine Katze gar nicht reagiert?

Das kann mehrere Gründe haben. Gerade am Anfang ist der wahrscheinlichste aber, dass die Katze einfach noch nicht richtig verstanden hat, was der Clicker überhaupt bedeutet. Bevor du also weiter an Tricks arbeitest, übst du das noch einmal gezielt mit ihr ein. Ein weiterer Grund kann auch sein, dass die Motivation fehlt. Hier gilt es, eine Belohnung zu finden, für welche deine Katze gerne mitarbeitet. Bei den meisten Katzen ist Futter (z.B. in Form von kleinen Leckerlies) die beliebteste Belohnung, aber auch Spielzeuge oder Streicheleinheiten eignen sich.

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