1. Rasseportrait: Labrador Retriever

Rasseportrait: Labrador Retriever

Teilen auf 06.09.2021

Verspielt, kinderlieb, sportlich, freundlich, intelligent und stets offen für neuen Bekanntschaften ist der Labrador Retriever der perfekte Therapie-, Begleit- oder auch Familienhund. Ihre gelassene Art steht stetig im Kontrast zu ihrem energiegeladenen Temperament. Der überschwängliche Charakter muss ab und an gezügelt werden, auch, oder gerade, um die Mitmenschen und andere Hunde vor dem, teils tollpatschigen, Kraftpaket zu schützen. Ist Wasser in der Nähe, gibt es für den Labrador kein halten, die guten und ausdauernden Schwimmer verbringen Ihre Zeit nur zu gerne im und am Wasser. Als Wachhund lässt sich der Labrador, aufgrund des nur schwach ausgeprägten Schutzinstinkts, nur bedingt einsetzen.


Geschichte und Herkunft

Mit seinem kurzen festen Fell und der dazugehörigen dichten Unterwolle ist der Labrador perfekt an das Klima seines Ursprungsland Kanada und die dazugehörige Arbeit im Wasser ausgestattet. Ursprünglich als „St. John’s Hund“ bezeichnet, war die Aufgabe der Tiere die Fischer bei Ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen (sie holten abgetriebene Netze wieder zurück). Im 19. Jahrhundert wurden diese Hunde von den Fischern mit nach England gebracht, wo ihn vor allem Jäger einsetzten. Durch eine gezielte Zucht veränderten sie den Hund und schufen (wahrscheinlich durch die Kreuzung mit dem sehr sportlichen Pointer) Labrador Retriever. Heute gehört der Labrador zu den beliebtesten Hunderassen.


Namensherkunft

Der Name setzt sich zusammen aus seiner Herkunft, der Insel Labrador vor Neufundland, sowie dem Wort „retrieve“, also das Zurückholen von erlegten Tieren bei der Jagd.


Gelassen und doch aktiv

Der Labrador ist bekannt als der perfekte Familienhund, was er seinem freundlichen Wesen zu verdanken hat. Doch liegt ein Labrador nicht gerne auf der faulen Haut, gezüchtet für die Jagd und das Apportieren liebt er es eine Aufgabe zu haben und ist damit der perfekte Begleiter von Jägern sowie von aktiven Haltern. Dabei sprintet der Labrador mit bis zu 28 Stundenkilometer seinen Aufgaben entgegen.


Wesensursprung

Der Labrador wurde besonders oft bei der Jagd am Wasser eingesetzt. Dabei war seine gute Schwimmleistung und seine Leidenschaft für das Wasser von Vorteil. So wurde der Labrador oft bei der Wasservogeljagd mitgenommen. Während der Jagd war es ausgesprochen wichtig, dass der Hund ruhig und folgsam neben seinem Jäger herläuft oder auch stundenlang wartet und so keine Tiere aufzuschrecken oder zu verscheuchen. Diesem Aspekt verdankt der Labrador sein geduldiges und braves Wesen. Da bei der Jagd meist mehrere Jäger mit ihren Hunden unterwegs waren, muss der Labrador freundlich und aufgeschlossen gegenüber allen Hunden und Menschen sein. Scheues oder gar aggressives Verhalten war und ist beim Labrador unerwünscht. Erst wenn die Beute erlegt wurde, ist die Zeit des Labradors gekommen. Mit seinem ausgezeichneten Spürsinn und der Fähigkeit sich den Ort des Niedergangs zu merken, spürt der Labrador das Tier zuverlässig auf. Das gefundene Tier apportiert er in seinem „Weichen Maul“. Dies bedeutet, er trägt das Tier so, dass keinerlei Bissspuren zu sehen sind und gibt die Beute widerstandslos ab. Aufgrund dieses wichtigen Teils der Jagd liebt der Labrador das Apportieren, nichts tut er lieber als Gegenstände zu tragen und zu bringen.


Labrador Retriever: Aussehen und Rassemerkmale

Der Körperbau des Labrador Retrievers ist insgesamt kräftig. Auf dem sehr breiten Hals thront ein hübscher aber massiver Kopf mit braunen, intelligent und freundlich dreinblickenden Augen, einer großen Schnauze und dem, für diese Rasse, charakteristische breite Oberkopf. Auch sein Brustkorb ist tief gewölbt und imposant. Ein ausgewachsener Labrador Rüde sollte etwa 56 – 57 cm hoch sein und ungefähr 32 kg wiegen. Ein wenig kleiner und leichter sind Hündinnen mit 54 – 56 cm und 27 kg. Labradore besitzen ein kurzes Fell mit einer ausgeprägten Unterwolle. Aufgrund seiner ursprünglichen Verwendung als Apportierhund im Wasser ist die Unterwolle des Labradors wasserabweisend. Der Labrador ist normalerweise einfarbig. Nur ein kleiner weißer Fleck auf der Brust ist in der Zucht erlaubt. Die Farben des Labradors sind schwarz, aber auch hellere Farbtöne von braun bis zu gelb sind erlaubt. Der Labrador neigt, genetisch bedingt, zu Problemen mit den Gelenken, um diese zu vermeiden gilt es ein besonderes Augenmerk auf ein gute Ernährung zu haben.


Haltung und Pflege eines Labrador Retriever: Darauf solltest Du achten


Passt ein Labrador in Dein Leben?

Der Labrador passt man besten zu aktiven Haltern, die sich Zeit für Ihren Vierbeiner nehmen, diesen aktiv beschäftigen wollen, aber keinen Wachhund benötigen. 


Korrekte Pflege

Das Labrador Fell sollte gelegentlich mit einer Bürste ausgekämmt werden. Das erleichtert den Wechsel der Unterwolle und verhindert das Ausfallen in der Wohnung. Wie andere Hunde mit dichtem Fell haart der Labrador besonders zu den Jahreszeitwechseln (Frühjahr und Herbst).

Das kurze und dichte Fell des Labradors ist wasserabweisend und sollte immer schön glänzen. Wenn der Labrador einmal mehr ein Schlammbad genossen hat, kann er einfach mit klarem Wasser abgewaschen werden. Wichtig: Nur in Ausnahmefällen sollte hierbei ein, speziell auf Hunde zugeschnittenes Shampoo benutzt werden. Menschen-Shampoo ist aufgrund seiner entfettenden Eigenschaften NICHT GEEIGNET, da dies die Haarstruktur des Hundes schädigt und zu Reizungen der Haut führen kann! Um rassebedingten Krankheiten vorzubeugen ist die richtige Ernährung Pflicht. Unter den Hunderassen gilt der Labrador als ein richtiger Vielfraß. Da der Labrador ein sehr aktiver Hund ist, benötigt er eine große Ration an Futter, gleichzeitig benötigt er im Vergleich zu anderen Hunden relativ wenig Kalorien. Geeignet dafür sind Futtersorten, welche oft weniger Energie (gerechnet auf die Masse) aufweisen. Das passende Futter in Kombination mit der richtigen Menge verhindert Übergewicht deines Labradors. Wie bei jeder Hunderasse sollte das Futter an die Aktivität angepasst werden (gilt natürlich auch für den Menschen). Ein Labrador, der täglich viel Bewegung hat und darüber hinaus mit Denkspielen beschäftigt ist, benötigt mehr Futter als eine Couchpotato. Da der Labrador genetisch bedingt Probleme mit den Gelenken haben kann, sollte er passend ernährt werden, was rassebedingte Krankheiten vorbeugen kann.


Anschaffung: Den richtigen Züchter finden

Wer einen Rassehund kaufen möchte, sollte sich auf jeden Fall die Zeit nehmen, eine seriöse Zuchtstätte zu suchen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Züchter in einem Zuchtverein angemeldet ist und die Elterntiere alle nötigen Gesundheitsuntersuchungen haben. Das Mindestabgabealter für Welpen beträgt 8 Wochen, an dieses sollte sich ein seriöser Züchter unbedingt halten. Für einen Labradorwelpen ist mit einem Preis ab 1.000 € aufwärts zu rechnen. Vor der Abgabe erhält der Welpe bereits seine erste Impfung sowie einen Microchip.