Rasseportrait: Ragdoll

Teilen auf 18.11.2020

Mit ihren leuchtend blauen Augen, dem zarten Gesicht und dem flauschigen Fell wird sofort klar, woher die Ragdoll-Katze (zu Deutsch: Stoffpuppe) ihren Namen hat. Denn tatsächlich wirkt sie fast wie ein Kuscheltier, wenn sie sich ganz entspannt auf dem Arm ihrer Besitzer hängen lässt. Nicht zuletzt dieses ruhige Gemüt macht die Ragdoll zu einer sehr beliebten Katzenrasse. Eine Zeit lang wurde sogar angenommen, dass die Ragdoll ein geringeres Schmerzempfinden hat als andere Katzen, weil sie sich so widerstandslos auf den Arm nehmen lässt und dann einfach schlaff herab hängt. Mittlerweile weiß man aber, dass dieses Verhalten ausschließlich auf ihr großes Vertrauen zu ihren Menschen zurückzuführen ist. Somit ist die Ragdoll eine sehr freundliche, menschenbezogene und ruhige Katze, mit der Du eine enge Bindung aufbauen kannst. 

Geschichte und Herkunft der Ragdoll

Ihre Wurzeln hat die Ragdoll in Kalifornien, USA. Dort wurde sie im Jahr 1963 erstmals gezüchtet - aus dem Nachkommen einer Angorakatze mit besonderer Fellfärbung und einer unbekannten Langhaarkatze. Die Kalifornierin Ann Baker, die somit eine neue Katzenrasse erschaffen hatte, ließ sich den Namen „Ragdoll“ schützen und erhob eine Lizenzgebühr für jeden Nachkommen. Damit ist die Ragdoll die einzige Katzenrasse, auf die jemals ein Patent erhoben wurde. Erst nach einigen Jahren trennten sich die Familien Dayton (Cattery Blossom-Time) und Chambers (Cattery Ragnarok) von den „original Baker’schen Ragdolls“ und führten die Zucht lizenzfrei fort. Erst seit 1991 ist die Ragdoll von der Fédération Internationale Félina offiziell anerkannt und erfreut sich seitdem wachsender Beliebtheit. 

Sanfter Stubentiger: Das Wesen der Ragdoll

Ihren ungewöhnlichen Namen hat die Ragdoll daher, dass sie sich ganz entspannt hängen lässt, wenn sie auf den Arm genommen wird – eben wie eine Stoffpuppe. Mit ihrer sanften und stark menschenbezogenen Art ist die Ragdoll damit die perfekte Haus- und Familienkatze. Aber Vorsicht: Ebenso wie die Ragdoll ihren Besitzern viel Aufmerksamkeit und Zuneigung schenkt, benötigt sie diese auch zurück. Die ist am liebsten ständig in Kontakt mit ihren Menschen oder ihren Artgenossen – deshalb sollte die Ragdoll auch nicht alleine gehalten werden, sondern immer mit mindestens einer weiteren Katze zusammen. Auch mit anderen Haustieren versteht sich die Ragdoll in der Regel sehr gut. 

Ragdoll: Aussehen und Rassemerkmale

Trotz ihrer beachtlichen Größe und dem halblangen, flauschigen Fell wirkt die Ragdoll schlank und elegant. Das klassische Rassemerkmal der Ragdoll sind die strahlend blauben Augen, die sich in dem dunkel gefärbten Point-Gesicht besonders hervorheben. Als Fellfarben sind Seal-, Blue-, Chocolate-, Lilac-, Red- und Cream-Point erlaubt. Point bezeichnet in diesem Fall die dunklere Färbung an allen kalten Körperstellen (eben sogenannte Points). Zu den kühleren Stellen des Katzenkörpers zählen dabei Gesicht, Ohren, Beine und Schwanz. 

Haltung und Pflege der Ragdoll - darauf solltest du achten:


  • Anschaffung: Den richtigen Züchter finden

Wenn Du eine Rassekatze vom Züchter kaufen möchtest, solltest Du Dir auf jeden Fall die Zeit nehmen, eine seriöse Zuchtstätte zu suchen. Dabei solltest Du darauf achten, dass der Züchter in einem Zuchtverein angemeldet ist. Das Mindestabgabealter für Kitten beträgt 13 Wochen, an diese sollte sich ein seriöser Züchter unbedingt halten. Für ein reinrassiges Ragdoll Kitten kannst Du mit einem Preis ab rund 700 € rechnen. Dafür ist Dein Kitten bereits an Alltagsgeräusche wie Staubsauger oder Autolärm gewöhnt, bestens sozialisiert und weiß, wie man eine Katzentoilette benutzt. Viele Züchter geben ihre Kitten auch bereits geimpft und entwurmt ab.

  • Freigänger oder Wohnungskatze?

Die Ragdoll zählt zu den größten Rassekatzen der Welt – allein schon deshalb benötigt sie ausreichend Platz und Beschäftigungsmöglichkeiten in der Wohnung bzw. im Haus. Da sie einen sehr ruhigen und gemütlichen Charakter und nur wenig Jagdtrieb mit sich bringt, braucht die Ragdoll nicht zwingend Freigang, um ein glückliches Katzenleben zu führen. Solange Du ihr drinnen genug  Beschäftigungsmöglichkeiten bietest und ihr eine zweiten Katze als Spielpartner an die Seite stellst, hat Deine Ragdoll alles, was sie braucht. 

Eine schöne Zwischenlösung, wenn Du Deiner Ragdoll ein bisschen Natur bieten möchtest, ist ein gesicherter Freigang im Garten oder auf dem Balkon.

  • Korrekte Fellpflege

Obwohl die Ragdoll Katze langes Fell hat, gestaltet sich die Pflege verhältnismäßig einfach. Du solltest das Fell deiner Ragdoll etwa ein bis zweimal pro Woche gründlich mit einer Katzenbürste kämmen. Am besten machst Du das Bürsten gleich von Anfang an zu einem schönen Ritual für euch beide und versüßt deiner Katze diese Zeit mit ein paar leckeren Snacks und Streicheleinheiten. So stärkst Du auch eure Bindung und das Bürsten wird von Deiner Katze positiv assoziiert.