Analytische Bestandteile & Begriffserklärungen

Aminosäuren
Aminosäuren bilden die Grundbausteine aller Proteine und sind deshalb lebenswichtig. Sie können Gewebe wie Organe, Muskel, Haut und Haare bilden und spielen eine wichtige Rolle beim Stoffwechsel. Es wird unter essenziellen und nicht essentiellen Aminosäuren unterschieden. Erstere kann der Körper nicht selbst herstellen, letztere schon. Es ist deshalb besonders wichtig, essentielle Aminosäuren über die Nahrung aufzunehmen. Insgesamt gibt es acht essentielle Aminosäuren: Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryphtophan und Valin.
Ballaststoffe wirken sich positiv auf die Verdauung aus und können Verstopfungen vorbeugen. Sie kommen fast ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor und werden zwischen wasserlöslichen und wasserunlöslichen Stoffen unterschieden. Wasserlösliche Ballaststoffe finden sich vor allem in Obst und Gemüse, wasserunlösliche Ballaststoffe in Vollkornprodukten.
Der Begriff „Eiweiß“ ist eine eingedeutschte Bezeichnung für den naturwissenschaftlich richtigen Begriff „Protein“. Alle Proteine sind aus Aminosäuren aufgebaut. Protein wird im Körper von Wirbeltieren für alle Aufbau- und Reparatur-Vorgänge gebraucht. In der Erbsubstanz werden genetische Informationsdaten durch Proteine verschlüsselt, man findet Eiweiße in vielen Körperflüssigkeiten.
Fette zählen neben Kohlenhydraten und Proteinen zu den wichtigsten Bestandteilen der Ernährung. Sie sind Träger von Geschmacks- und Aromastoffen, weshalb fetthaltige Lebensmittel oft besonders gut schmecken. Für den Körper sind sie vor allem deshalb wichtig, weil viele fettlösliche Vitamine (z.B. Vitamin A, D und E) nur mit Hilfe von Fett aufgenommen werden können. Die essentiellen Fettsäuren sind außerdem wichtig für lebenswichtige organische Vorgänge. Als Fettgehalt wird die Summe aller Fette bezeichnet.
Freie Radikale sind gefährliche Stoffwechselprodukte, die im Körper gebildet oder von außen herein gelangen können. Die meisten Radikale sind recht kurzlebig, können aber im Organismus - und zwar meistens direkt in den Zellen - große Schäden anrichten. Radikale können in den Zellen entstehen (z. B. innerhalb des Abwehrsystems zum Bekämpfen von Keimen), aber auch von außen in den Körper gelangen, z.B. über bestrahlte Nahrungspartikel, Einatmen von Rauch, UV-Strahlen oder die Einwirkung von großer Hitze.
Radikale gelten als Verursacher von Zellschäden und werden im Zusammenhang mit der Krebsentstehung immer wieder diskutiert, ferner sind sie an Verschlimmerungen vieler Krankheitsbilder beteiligt. Freie Radikale können auch Oxidationen begünstigen. Dieser "oxidative Stress" wird häufig mit dem Alterungsprozessen in Zusammenhang gebracht. Der Körper schützt sich durch vielfältige Abwehr- und Kontrollsysteme vor der schädlichen Radikal- Wirkung. Dabei werden die körpereigenen Mechanismen durch antioxidativ wirksame Substanzen (Antioxidantien) erfolgreich unterstützt. Antioxidantien gelten als sogenannte Radikalfänger, d.h. sie neutralisieren die freien Radikale.
Kohlenhydrate sind einer der wichtigsten Bestandteile der Ernährung. Sie liefern vor allem Kurzzeitenergie. Die meiste Energie wird für den Grundumsatz benötigt, das heißt für grundlegende Körperfunktionen wie Atmung, Herzschlag, Stoffwechsel und Körpertemperatur. Bei höherer Aktivität braucht der Körper auch mehr Energie. Für die Deckung dieses Energiebedarfs spielen Kohlenhydrate neben Proteinen und Fetten die wichtigste Rolle. Kohlenhydrate gelten als „Treibstoff“ für Muskulatur und Gehirn und werden über das Blut in die Zellen transportiert.
Mineralstoffe, oft auch kurz Minerale genannt, sind lebensnotwendige, anorganische Nährstoffe, welche der Organismus nicht selber herstellen kann. Sie müssen durch die Nahrung zugeführt werden. Besonders entscheidend ist die richtige Dosierung, da sowohl ein Mangel an Mineralstoffen als auch eine Überdosierung für die Fellnasen schädlich ist. Je nach Mengenbedarf unterscheiden sich Mineralstoffe in zwei Gruppen: Mengenelemente und Spurenelemente. Mengenelemente sind Mineralstoffe, die täglich in nennenswerten Mengen aufgenommen werden sollten z.B. Calcium, Magnesium oder Phosphor. Von den Spurenelementen sind hingegen nur winzige Mengen erforderlich. Dazu gehören u.a. Eisen, Kupfer, Selen, Jod und Zink.
Polyphenole wirken wie andere Antioxidantien u.a. entzündungshemmend und krebsvorbeugend. Im Rahmen von verschiedenen Studien mit bestimmten Polyphenolen (u.a. Ellagsäure) wurde ein gehemmtes Wachstum von Krebszellen in der Brustdrüse, Lunge, Haut, Darm und Prostata beobachtet. Zudem schützen sie vor freien Radikalen und verlangsamen die Zelloxidation.
Analytische Bestandteile 

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Weender Futteranalyse entwickelt, die bis heute verwendet wird, um die einzelnen Futtermittel zu unterscheiden. Die Angaben zu der Analyse finden sich auf jeder Futterverpackung. Es dient vor allem der Orientierung zum Vergleich der verschiedenen Futtermittel.

Rohprotein
Unter dem Begriff „Rohprotein“ werden alle stickstoffhaltigen Substanzen im Futter zusammenfasst. Dazu zählen unter anderem, wie der Name bereits schließen lässt, Proteine, aber auch Nitrit- und Nitratverbindungen. Der Stickstoffgehalt des Futters wird durch ein speziell entwickeltes chemisches Verfahren ermittelt und mithilfe einer Formel berechnet. Die Weender Futteranalyse bietet keine Ergebnisse zur Qualität des Proteins, lediglich zur enthaltenen Menge. 

Rohfaser
Als „Rohfaser“ wird der Rückstand des Futters bezeichnet, der übrig bleibt, wenn das Futtermittel einer speziellen Analysebehandlung mit Säuren und Laugen unterzogen wurde. Was übrig bleibt, ist der unlösliche fett-, stickstoff- und aschefreier Rückstand. Dieser besteht vor allem aus Cellulose, aber auch Pentosane, Lignin und andere Ballaststoffe (ausschließlich pflanzlicher Natur). Der Rohfaserwert sagt aus, wie viele Ballaststoffe in dem Futtermittel enthalten sind.  Wie beim Rohprotein und bei der Rohasche auch, lässt der Wert allerdings nicht auf die Qualität dieser Bestandteile schließen. 

Rohasche
Rohasche ist der Anteil eines Futters, der übrig bleibt, wenn man es bei einer Temperatur von 550°C verbrennt. Die nicht verbrannten Bestandteile, also die Asche aus oxidierten Mineralstoffen, gibt Aufschluss darüber, wie hoch der Gehalt von anorganischen Substanzen im Futter ist. Er kann auf diese Weise einen Richtwert für den Mineralstoffgehalt des Futters darstellen. Verunreinigungen wie Sand und Staub können diesen Wert beeinflussen bzw. verfälschen. Der reine prozentuale Wert von Rohasche sagt überhaupt nichts über die Qualität des Proteins aus.